Willkommen im Reiterhimmel


Pferdetypen

Wir alle wissen, dass wenn wir reiten, wir nicht perfekt sind genauso wenig unser Pferde. Jedes hat seine eigenen Erfahrungen, seine eigene Geschichte, seinen eigenen Charakter, den wir niemals außer Acht lassen sollten. 

Wenn wir als Reitschüler z.B. Probleme mit einem Schulpferd haben, dann unterteilt sich das meist in zwei Gruppen: das zu schnelle, drängelnde Schulpferd und das zu langsame.

Zuerst ein paar Sätze zu den meist so genannten Faultieren:

Die meisten Pferde sind nicht wirklich faul im eigentlichen Sinn, es ist ihnen eigentlich in die Wiege gelegt, Spaß am laufen zu haben (man beobachte gerade junge Pferde auf der Koppel). In den meisten Fällen ist das Schulpferd "eingeschlafen", will heißen, es hat zwar die Augen offen, das Gehirn hat sich aber schon beim Aufsitzen abgeschalten. "Einschlafen" kommt vor allem vor, wenn die ganze Zeit ganze Bahn geritten wird am besten noch in der Abteilung.

Wenn man nun von dem Pferd eine Übung fordert, wie z.B. der Übergang vom Schritt zum Trab, so muss das Gehirn des Pferdes ja zuerst aus dem Dämmerschlaf erheben, oder zumindest in eine schwächere Form gleiten, die Folge ist ein verzögertes Antraben, das sich fast noch wie Schritt anfühlt (während der Rest der Abteilung schon weit entfernt ist) oder noch schlechter ein schnellerer Schritt (den man unter gar keinen Umständen beibehalten sollte, da er zu einer Passverschiebung führen kann). Letztlich macht es dann weder Pferd noch Reiter Spaß allen hinterher zu rasen oder praktisch überrundet zu werden. 

Solche Szenarien führen in Regelmäßigen Abständen zu Krisen bei denen das Pferd gerne die Hacken oder die Gerte zu spüren bekommt. Hand aufs Herz wir wollen ein losgelassenes Pferd, das durch den weichschwingenden Bauch sich an unseren Beinen abstößt, so funktioniert das nicht!

 

Problemlösung:

Das Pferd muss "aufgeweckt werden". Dazu gibt es verschiedene Ansätze:

  1. Fordern und fördern: Schon im Schritt das Pferd, Zirkel, Schlangenlinien, Schenkelweichen und immer mal wieder ganze Paraden erschweren es dem Pferd abzuschalten, bei hartnäckigen Fällen auch mal Fantasiefiguren reiten (Achtung: Volten und engere Bögen erst später reiten, wenn das Pferd warm ist, sonst kann es zu Verspannungen kommen)
  2. Wachloben, sei es mit der Stimme oder mit einem Streicheln bzw. Kraulen, am besten nach gut durchgeführten Übungen, sorgt dafür, dass das Pferd gar nicht mahr "schlafen" will, es wird ja gerade gehätschelt.
  3. Tempowechsel, in der Lösungsphase oft wechseln zwischen Schritt und Trab (Achtung: Bitte auf keinen Fall immer an der selben Stelle durchparieren, ein Pferd ist ein Gewohnheitstier!!! Wenn ein Pferd solche Stopstellen bereits hat, bewusst darüber hinweg reiten und das Pferd danach Loben!) Aber auch gerne an den langen Seiten schneller werden an den kurzen das Pferd zurücknehmen. Sehr effektiv ist der Wechsel zwischen Galopp und Trab, hier bekommen viele Pferde erst wieder Spaß am laufen, außerdem verbessert es den Trab.
  4. Neues ausprobieren: Wer über Stangen geht, muss zwangsläufig auf seine Hufe aufpassen. Hütchen und aus Stangen gelegte Labyrinte fordern das Pferd zum Mitdenken auf
  5. Ausreiten, Bodenarbeit und Springen sind eine gute Abwechslung und Ergänzung zum Reiten in der Bahn und halten den Pferdekopf fit.
  6. Individualität beweisen, niemand hat je gesagt dass man in der Abteilung nicht die Ecken stärker ausreiten oder den Zirkel größer machen kann. Vor solchen Bahnfiguren stellt man sich am besten den Weg, den man reiten will, wie eine rote Schnur vor, auf der man entlang reiten will.
  7. Beweglichkeit killt Stumpfsinn, bei Bögen das Pferd wirklich um den inneren Schenkel biegen, Stellung und Biegung immer wieder kontrollieren. Vor neuen Aufgaben das Pferd neu aufwecken durch mehrere halbe Paraden

Fazit: Man kann nicht von einem Pferd erwarten voll bei der Sache zu sein, wenn man es selbst nicht ist. Die meisten dieser Faultiere sind einfach total unterfordert!

Jetzt zu den Flitzern:

Sie sind gerade bei Anfängern beliebt, da sie nicht halbsoviel Kraft kosten, wie die Faultiere. Doch dafür hat man bei ihnen oft das Gefühl die Bremse sei kaputt, dazu neigen sie zu "Auffahrunfällen" und sind extrem schwer auszusitzen, wenn sie dem Reiter" unter dem Hintern wegrennen". Wenn man nicht mit ihnen arbeitet und sie nur laufen lässt, kann man das Geld für die Reitstunde auch aus dem Fenster rausschmeißen, so lernt man nicht reiten alles was man am ende bekommt ist ein Stuhlsitz!

Also was tun?

  1. Dauerziehen vermeiden, meist sind unsere lieben Traber und Galopper bereits an den Druck auf der Trense bereits gewöhnt oder veranstalten sogar ein Wettziehen, das der Reiter mit absoluter Sicherheit verliert.                                                                                          Besser: immer wieder halbe Paraden geben, dann wieder die Zügel länger lassen, das fördert die Versammlung und das Pferd reagiert oft besser auf diese Art des Bremsens
  2. Auch hier gilt: Abwechslung killt den Stumpfsinn, wer kann, reitet gerne Zirkel Verkleinern und Vergrößern, Schulterherein im Trab, Schlangenlinien durch die ganze Bahn oder Volten gerade an der langen Seite, die so gerne zur Sprintstrecke verkommt
  3. Taktvorgeben: Man muss nicht immer mit den Zügel bremsen, gerade das Leichttraben bietet sich dafür an, ein bisschen langsamer aufzustehen und sich hinzusetzen, was dazu führt das das Pferd sich dem Takt anpasst, Fortgeschrittene können auch im Galopp das vorschieben der inneren Hüfte ein klein wenig verlangsamen
  4. Tempofühlen: Jedes Pferd hat sein eigenes Tempo, bei dem es sich löst, abschnaubt und entspannt, probieren sie das Pferd abzubremsen bis zu einem Tempo, wo es sich nicht mehr unkontrollierbar sondern sicher anfühlt, ohne untertourig zu laufen
  5. Durchwechseln: parieren Sie immer wieder dann aus dem Trab zum Schritt durch, wenn sie das Gefühl haben, dass Ihr Pferd gerade im richtigen Tempo ist, lassen sie die Zügel lang und loben Sie es, bereiten sie die Übung vor indem sie halbe Paraden geben und parieren Sie auf keinen Fall durch ein Dauerziehen und ein Abspreizen der Beine durch!
  6. Kurz und angstfrei: Galopp sollte und nur in Reprisen geritten werden, ein kurzer Galopp der locker, langsam und nur kurz geritten wird, ist wesentlich höher zu schätzen, als 5 Runden panisches in der Bahn herumgesause. Im Galopp sollte wie im Trab das oberste Ziel sein das Pferd an den Hilfen zu behalten. Eine Steigerung sollte erst langsam vorgenommen werden. Wer sich sicherer fühlt mit jemanden an seiner Seite, ist mit der Longe gut beraten.

Wichtig: Alle diese Maßnahmen sind nur dann hilfreich und zu empfehlen, wenn der Reiter sich sicher genug auf dem Pferd fühlt! Wer schon beim Aufsitzen zittert oder schweißnasse Hände hat, wird einen Flitzer nicht stoppen können! Egal ob das Pferd im Stall zuckersüß ist, unbedingt vor dem bösen Besitzer gerettet werden muss oder genau die richtige Farbe hat, Angst überträgt sich vom Menschen aufs Pferd und kann extrem gefährlich werden. Dann ist es besser das Pferd zu wechseln, für alle Beteidigten!

 

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!